Schulweisheit nuetzt nichts …



…, wenn man Rolf Reinholds ‚philosophieren‘ kapieren moechte. Das „Wissen“, das die Schulen lehren und Kinder gehorsam lernen, verschlieszt Augen und Ohren fuer das, was jeder Mensch hoert, fühlt und sieht und was die Basis dieses ‚philosophierens‘ ausmacht. Irgendwann endet so diese allgemein uebliche Einuebung in uebliche Sichtweisen. Menschen sind dann „wertvolle Mitglieder dieser Gesellschaft“. Sie tun und sehen, was sie sollen, anstatt dessen, was sie wirklich tun und sehen. Sie merken nicht mehr, dass sie sich fremdes „Wissen“ angeeignet haben. Sie halten ihre erworbenen Sichten und die der anderen auch wegen der Aehnlichkeit fuer das non plus ultra. Saetze wie „das muss man so sehen“ bzw. „das muss man so machen“ sind ihnen in „Fleisch und Blut“ uebergegangen. Menschen sind in aller Regel nicht in der Lage, Distanz dazu zu entwickeln. Es nuetzt daher auch nicht, ihnen Vorhaltungen zu machen, wenn sie konform sehen, fuehlen und handeln. Es ist fuer sie hilfreicher, wenn sie durch ‚erleben‘ und ’nachdenken‘ auf moegliches anderes ‚Wissen‘ aufmerksam gemacht werden. Welche Art von „Wissen“ ihnen weiterhelfen koennte, ist im Hinblick auf die verdeckten Wirkungen von konformem (Be-)Lehren und gehorsamem Lernen eine weitere, kaum beantwortbare Frage.

Glauben zu wissen, ist die Verfuehrung jeder „Wissenskultur“, auch der gegenwaertigen. Sie fuehrt dazu, dass Menschen glauben ‚mehr zu wissen‘ als Menschen frueherer Zeiten und anderer Kulturen. Ein hohes Bildungsniveau wird als Garant fuer mehr „Wissen“ betrachtet. Menschen fuegen sich gehorsam in das Bildungssystem und unterstellen, es bringe sie weiter. Im Hinblick auf Konformitaet und gesellschaftlichen Erfolg ist dies eine viel versprechende Annahme. Im Hinblick darauf, ob dieses „Wissen“ der Entwicklung von menschlichen Faehigkeiten dient, ist alles offen. Der Terminus „Wissen“ wird nicht reflektiert. Es ist ein Kennzeichen der oben beschriebenen Zusammenhaenge, dass daraus keine Schluesse fuer eine grundlegende Veraenderung gezogen werden. Daran ist niemand schuld, aber jeder ist dafuer verantwortlich.

Die physistische Philosophie Rolf Reinholds ist ein Angebot, dass aus Sackgassen moegliche Auswege und Antworten auf Fragen zeigen kann. Konsequentes Hinsehen auf das, was ich selber sehe und fuehle, ermoeglicht mir eigenes ’nachdenken‘ und Verzicht auf erworbenes „Wissen“. Im Uebrigen halte ich dieses „Wissen“ fuer Schall und Rauch. Was in unserer Kultur als „Wissen“ gilt, ist in Wirklichkeit eine bestimmte gemeinschaftlich geteilte Interpretation dessen, was Menschen unserer Kultur gewohnheitsmaeszig sehen und fuehlen. Der aufgeklärte, skeptische Blick  David Hume’s hat darauf schon vor 300 Jahren hingewiesen. Ein Blick auf andere Kulturen kann zeigen: Andere „wissen“ anderes. Die geforderte Konformitaet erwartet aber von jedem Einzelnen die Uebernahme einer bestimmten Interpretation. Ignoriert wird dabei, dass jeder die Welt individuell interpretiert, naemlich „… aus der Summe seiner Erlebnisse und Erfahrungen; …“  Das auf diesen Seiten dargestellte ‚philosophieren‘ leitet dazu an, sich an eigene Erlebnisse und Erfahrungen zu erinnern und daraus ein authentisches Weltbild entstehen zu lassen, anstatt mehrheitlich getragenen Sichten  gläubig zu folgen.

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